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"Genfood - Nein danke!"

7. bis 13. Juni 2004: Erfolgreiche Leipziger Aktionswoche gegen Gentechnik im Essen

Das Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Sachsen lud innerhalb der Leipziger Umwelttage 2004 zu verschiedenen Informations- und Protestveranstaltung zum Thema Gentechnik im Essen".

"Genfood - Nein Danke! Stoppt Gentechnik auf unseren Feldern!" hieß es am 7. Juni bei der Montagsdemo gegen Gentechnik im Essen. Dazu hatten Greenpeace Leipzig, attac, der Ökolöwe, Biohändler und Biobauern aus der Umgebung um 17 Uhr an die Nikolaikirche in der Leipziger Innenstadt eingeladen. Dort gab es im Anschluss an das traditionelle Friedensgebet eine zweistündige Protest- und Infoaktion. Höhepunkt der Aktion war der Erste Leipziger Pollenflugversuch, einer symbolischen Aktion gegen den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft. Die Demonstranten ließen um 18.30 Uhr gleichzeitig Hunderte von gelben und schwarzen Luftballons in den Leipziger Abendhimmel steigen. Die Aktion sollte zeigen wie unkontrollierbar weit sich die Pollen von Gentechnik-Pflanzen wirklich ausbreiten können, wenn man sie erst mal freisetzt. Eine Koexistenz von Gentechik-Landwirtschaft und gentechnikfreiem Landbau ist nicht wirklich möglich. Die Forderung der Demonstranten war deshalb: Sachsen soll gentechnikfrei bleiben! Noch ist es nicht zu spät! Außerdem wurden Unterschriften für die Petition für den Erhalt einer gentechnikfreien Landwirtschaft in Sachsen gesammelt.

Unter dem Motto "Gentechnik im Essen - Chance oder Risiko" wurde am 10. Juni ab 19 Uhr in der Leipziger Moritzbastei zunächst der Film "Krieg ums Essen" (eine Produktion des SWR) gezeigt. Anschließend gab es eine Podiumsdiskussion mit Experten: Dr. Wolfram Junghanns, Saatgutzüchter aus Sachsen-Anhalt und Dr. Frank Augsten vom BUND. Zu der Veranstaltung waren auch Vertreter der Gentechnik-Industrie bzw. Gentechnik-Forschung geladen. Trotz wochenlanger Anfragen bei Gentechnik-Firmen wie syngneta und sungene, deren Industrieverband, bei Professoren an Hochschulinstituten in Sachsen-Anhalt, die u.a. die derzeitigen Freisetzungsversuche begleiten, war niemand gekommen, der mit Kompetenz die Position der Gentechnik-Befürworter auf dem Podium vertreten wollte. Frank Augsten vom BUND vertrat eine kritische Positionen zum Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft und wies unter anderem auf die ungeklärten langfristigen ökologischen und gesundheitlichen Folgen dieser Risikotechnologie ebenso hin wie auf die ungeklärten Probleme der Koexistenz von Gentechnik- und gentechnikfreier Landwirtschaft. Wolfram Junghanns vertrat aus seiner fachlichen Sicht als Saatgutzüchter eine differenzierte, zugleich aber auch durchaus kritische Position gegenüber der Agrogentechnik. Moderiert wurde die Veranstaltung von Doris Kothe, freie Journalistin aus Leipzig.

Den Abschluss der Aktionswoche bildete am Sonntag dem 13. Juni 2004 die Ökofete, das traditionelle Leipziger Umwelt- und Kulturfest im Clara-Park mit ca. 5.000 Besuchern. Die Veranstaltung wurde diesmal vom Thema Gentechnik dominiert wurde: Greenpeace und der Ökolöwe hatten Infostände für Verbraucher aufgebaut und gaben Informationen zum Thema Gentechnik in Nahrungsmitteln. Am Eingang des Veranstaltungsplatzes stand der Riesen-Gen-Maiskolben des BUND Außerdem gab es einen großen Biobauernmarkt mit Bioanbietern aus der Leipziger Region. Hier konnten die Besucher garantiert gentechnikfreie Produkte kaufen.

Höhepunkt der Ökofete war um 16.30 Uhr im Anschluss an eine Gentechnik-Performanz der Greenpeace-Jugendgruppe Grimma der Zweite Leipziger Pollenflugversuch gegen Gentechnik in der Landwirtschaft, an dem sich mehrere Hundert Leipziger Bürger mit ihren Kindern beteiligten.

Insgesamt wurden während der Aktionswoche ca. 300 Unterschriften für die Petition zum Erhalt einer gentechnikfreien Landwirtschaft in Sachsen gesammelt.

Berichte über die Aktionen gab es in den lokalen Radios, im Leipzig-Fernsehen, in der lokalen Wochenzeitung "hallo" sowie auch in der "Leipziger Volkszeitung".